© Kordula Kühlem 2019
kordula kühlems krimiseite

Endstation Dom

Gerade von Bonn nach Köln versetzt muss Hauptkommissarin Kerstin Heller schon wieder weiter: In einem zum Zeltplatz umfunktionierten Berliner Freibad ist eine Kölner Literaturprofessorin zu Tode gekommen. Doch nach einigen Undercover-Campingtagen im Berliner Nieselregen führen alle Spuren und Hinweise zurück in die Domstadt. Hier erwarten Kerstin nicht nur eine urkölsche Kollegin, sondern ein weiterer Mord, neue Erkenntnisse über gestohlene Böll-Handschriften - und ein jugendlicher Liebhaber.

Zelten? Niemals!

Hier stehe ich auf dem so aufdringlich hauptstädtisch eleganten Bahnhof diesem nicht weniger aufdringlich eleganten Berliner Hauptkommissar gegenüber und glaube, mich verhört zu haben. Warum trägt dieser Typ einen Nadelstreifenanzug mit Krawatte? Kann der nicht in normaler Zivilkleidung mit Jeans, T-Shirt und eventuell einer Lederjacke daherkommen - so wie ich zum Beispiel?

Entschlossen...

erklimme ich die nächste Leiter. Doch auf dem Fünfmeterbrett zögere ich. Dabei bin ich gerade mal bis zur Hälfte gekommen und muss eigentlich noch einmal fünf Meter nach oben. (…) Ich gehe vorn an die Kante, um mir das Zehnmeterbrett zuerst einmal von unten anzusehen. (…) Unwillkürlich strecke ich dabei meine Hand nach dem Seitengeländer des Sprungbretts aus, unbewusst spüre ich das kühle Metall – doch plötzlich gibt das Geländer nach, und die dichte Dunkelheit unter mir kommt unaufhaltsam auf mich zu.

Endlich!

Ich sitze auf meinem Balkon und schaue auf den Dom. Um diesen mir teuer gewordenen Ausblick zu genießen, habe ich wegen des kühlen Oktoberabends sogar meine Skiklamotten angezogen. (...) Obwohl ich nicht in Köln geboren, also eine ganz objektive Betrachterin bin, halte ich den Dom für ein sehr gelungenes Bauwerk. Ich denke besonders gern und effektiv nach, wenn ich eine Aussicht genießen kann. (...) Jetzt versuche ich mit Blick auf den Dom, Klarheit über die letzten Tage zu gewinnen und die Ereignisse noch einmal Revue passieren zu lassen.

Engel…

..., da müsst ihr definitiv auf mich verzichten!« Heiwi legt den Kopf weit in den Nacken und beschattet seine Augen mit der Hand. »Was soll das heißen?« Matthias schaut irritiert auf seinen Kollegen herunter. »Das heißt, ich werde nicht auf den Domturm steigen.« »Warst du denn schon mal oben?«, will ich jetzt wissen. »Nein, noch nie, ist mir einfach zu hoch.«

Endlich!

Ich sitze auf meinem Balkon und schaue auf den Dom. Um diesen mir teuer gewordenen Ausblick zu genießen, habe ich wegen des kühlen Oktoberabends sogar meine Skiklamotten angezogen. (...) Obwohl ich nicht in Köln geboren, also eine ganz objektive Betrachterin bin, halte ich den Dom für ein sehr gelungenes Bauwerk. Ich denke besonders gern und effektiv nach, wenn ich eine Aussicht genießen kann. (...) Jetzt versuche ich mit Blick auf den Dom, Klarheit über die letzten Tage zu gewinnen und die Ereignisse noch einmal Revue passieren zu lassen.

»Gut, …

»..., lass uns das alles zusammenfassen.« Ursula liebt Zusammenfassungen in dem Maße, wie ich diesen Hang zum Ordnungswahn verabscheue. Ich lächele gequält: »Warum arbeitest du eigentlich nicht bei der Steuerfahndung oder ähnlich organisierten Sparten?« Mit dieser Frage hat sie offensichtlich nicht gerechnet, ihr bereits erhobener Stift bleibt einen Moment in der Luft hängen. »Ich kümmere mich lieber um Menschen.« »Meinst du jetzt die lebenden oder die toten?« »Sowohl als auch.«
© Kordula Kühlem 2019
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Endstation Dom

Gerade von Bonn nach Köln versetzt muss Hauptkommissarin Kerstin Heller schon wieder weiter: In einem zum Zeltplatz umfunktionierten Berliner Freibad ist eine Kölner Literaturprofessorin zu Tode gekommen. Doch nach einigen Undercover-Campingtagen im Berliner Nieselregen führen alle Spuren und Hinweise zurück in die Domstadt. Hier erwarten Kerstin nicht nur eine urkölsche Kollegin, sondern ein weiterer Mord, neue Erkenntnisse über gestohlene Böll-Handschriften - und ein jugendlicher Liebhaber.

Zelten? Niemals!

Hier stehe ich auf dem so aufdringlich hauptstädtisch eleganten Bahnhof diesem nicht weniger aufdringlich eleganten Berliner Hauptkommissar gegenüber und glaube, mich verhört zu haben. Warum trägt dieser Typ einen Nadelstreifenanzug mit Krawatte? Kann der nicht in normaler Zivilkleidung mit Jeans, T-Shirt und eventuell einer Lederjacke daherkommen - so wie ich zum Beispiel?

Entschlossen...

erklimme ich die nächste Leiter. Doch auf dem Fünfmeterbrett zögere ich. Dabei bin ich gerade mal bis zur Hälfte gekommen und muss eigentlich noch einmal fünf Meter nach oben. (…) Ich gehe vorn an die Kante, um mir das Zehnmeterbrett zuerst einmal von unten anzusehen. (…) Unwillkürlich strecke ich dabei meine Hand nach dem Seitengeländer des Sprungbretts aus, unbewusst spüre ich das kühle Metall – doch plötzlich gibt das Geländer nach, und die dichte Dunkelheit unter mir kommt unaufhaltsam auf mich zu.

Engel…

..., da müsst ihr definitiv auf mich verzichten!« Heiwi legt den Kopf weit in den Nacken und beschattet seine Augen mit der Hand. »Was soll das heißen?« Matthias schaut irritiert auf seinen Kollegen herunter. »Das heißt, ich werde nicht auf den Domturm steigen.« »Warst du denn schon mal oben?«, will ich jetzt wissen. »Nein, noch nie, ist mir einfach zu hoch.«

Endlich!

Ich sitze auf meinem Balkon und schaue auf den Dom. Um diesen mir teuer gewordenen Ausblick zu genießen, habe ich wegen des kühlen Oktoberabends sogar meine Skiklamotten angezogen. (...) Obwohl ich nicht in Köln geboren, also eine ganz objektive Betrachterin bin, halte ich den Dom für ein sehr gelungenes Bauwerk. Ich denke besonders gern und effektiv nach, wenn ich eine Aussicht genießen kann. (...) Jetzt versuche ich mit Blick auf den Dom, Klarheit über die letzten Tage zu gewinnen und die Ereignisse noch einmal Revue passieren zu lassen.